Wolfgang Doeblin

TeaserbildWolfgang Doeblin – Ein Mathematiker wird wiederentdeckt (2006)55 min
ID: 2006.003
Autor: Agnes Handwerk, Harrie Willems
Land: Deutschland
Genre: Dokumentarfilm
Sprachen: deutsch, englisch, französisch
Medien: DVD

Wolfgang Doeblin gehört zu den großen Mathematikern der Wahrscheinlichkeitsrechnung des 20. Jahrhunderts: Er ist 1915 in Berlin geboren und ein Sohn des bekannten deutschen Schriftstellers Alfred Döblin (Berlin Alexanderplatz). Als prominenter Gegner der Nationalsozialisten muss Alfred Döblin 1933 nach der Machtübernahme um sein Leben fürchten und flüchtet mit seiner Familie nach Paris. Wolfgang studiert dort Mathematik und wird mit seinen Arbeiten zur Asymptotik von Markov-Ketten innerhalb weniger Jahre zu einem der bedeutenden Wahrscheinlichkeitstheoretiker seiner Generation.

Als Soldat in der französischen Armee erlebt Wolfgang Doeblin den Ausbruch des 2. Weltkriegs und beginnt an der Front mit der Niederschrift seines Manuskripts “Sur l‘équation de Kolmogoroff”. Er will es vor den Kriegswirren in Sicherheit bringen und schickt es als “pli cacheté” an die Académie des sciences nach Paris. Die Kapitulation Frankreichs im Juni 1940 bringt ihn in eine ausweglose Situation. Wolfgang Doeblin will nicht in die Hände der Nationalsozialisten fallen und nimmt sich das Leben.

60 Jahre liegt sein versiegelter Brief vergessen im Archiv der Pariser Akademie und wird erst im Mai 2000 geöffnet. Sein Manuskript “Sur l‘équation de Kolmogoroff” ist eine Sensation in der Welt der Mathematik, denn mit seiner Formel zur Berechnung der Rolle des Zufalls in stetigen Prozessen war Wolfgang Doeblin seiner Zeit weit voraus.

Claude und Stephan Doblin berichten in diesem Film über das Leben ihres Bruders Wolfgang. Seine biographischen Stationen geben Einblick in die Entwicklung der Wahrscheinlichkeitsrechnung der 1930er Jahre. In dem Film wird die Formel aus dem versiegelten Brief erklärt und ein Bogen gespannt von der Brownschen Bewegung zur Finanzmathematik heute.

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